Donnerstag, 27. Januar 2011

Walter-Jörg Langbein glaubt an die Zukunft des Lebens im All


















Walter-Jörg Langbein in Machu Pichhu

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Interview mit dem Autor Walter-Jörg Langbein

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Frage: Herr Langbein, kürzlich wurden Sie im Rahmen der Fernsehsendung »Welt der Wunder« über biblische Irrtümer befragt. Ist der kritische Umgang mit der Bibel der Schwerpunkt Ihrer Publikationen?

Antwort: Den Schwerpunkt gibt es nicht. Vor 32 Jahren erschien mein erstes Buch: »Astronautengötter«. Inzwischen habe ich mein 30. Sachbuch vorgelegt: »2012 – Endzeit und Neubeginn / Die Botschaft der Mayas«. Ich beackere also ein breites Spektrum ...

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Frage: Bücher zum Thema »2012« gibt es viele ... Worin unterscheidet sich Ihr Buch von anderen?

Antwort: Schon jetzt ist eine ganze Reihe von Werken zum ominösen Jahr 2012 auf den Markt geworfen worden. Und noch so manches Werk wird folgen. Ich fürchte, die meisten dieser Titel werden spätestens 2013 in der Versenkung verschwunden sein ... so wie dies mit Büchern über den angeblichen Weltuntergang 1999 geschehen ist.

Mein Buch beschwört keinen Weltuntergang an einem angeblich von den Mayas exakt vorhergesagtem Datum voraus. Meiner Überzeugung nach haben die Mayas eine wirkliche Botschaft hinterlassen ...

Vor 32 Jahren widmete ich mein erstes Buch den »dänikenschen Göttern«, die aus dem All zur Erde kamen. In meinem 30. Buch kehre ich – nach einigen überwiegend theologischen Werken – zu meinen Wurzeln zurück. Und gleichzeitig richte ich den Blick in die Zukunft.

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Frage: Wird die Welt Ihrer Meinung nach 2012 untergehen?

Antwort: Ich bin felsenfest davon überzeugt: Unser Planet ist von apokalyptischen Katastrophen bedroht, die jederzeit über unsere kleine Welt hereinbrechen können. Den exakten Termin kennen wir nicht. Er war auch den Mayas unbekannt.

Es liegt eine wichtige Entscheidung an: Wollen wir akzeptieren, dass irgendwann alles Leben auf Terra ausgelöscht wird? Wollen wir hinnehmen, dass der Mensch weniger als eine kleine Fußnote in der Geschichte des Universums bleibt? Oder wollen wir, dass das irdische Leben fortbesteht? Wenn wir uns für die zweite Alternative entscheiden, dann müssen wir so schnell wie möglich handeln. Wir müssen die Weltraumforschung, die Weltraumfahrt massiv voran treiben. Wir müssen möglichst schon heute damit beginnen, gigantische Weltraumarchen zu entwickeln, mit denen der nächste Exodus stattfinden kann: hinaus in die Tiefen des Alls ... während das Leben auf der Erde erlischt!

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Frage: 2012 bedeutet also Ihrer Meinung nach nicht das Ende der Menschheit?

Antwort: Die Mayas konnten beim Grollen des Ilopango-Vulkans im Osten Salvadors um das Jahr 250 n. Chr. rechtzeitig fliehen. Die Katastrophe beschleunigte die Entwicklung ihrer Kultur erheblich. Wenn es zum Ausbruch des Supervulkans unter dem »Yellowstone Nationalpark« kommt, wird es dann Fluchtmöglichkeiten für Millionen von bedrohten Menschen geben? Viele Mayas konnten rechtzeitig der Apokalypse entkommen. Die Apokalypse des amerikanischen Supervulkans aber wird zu Fuß fliehende mühelos einholen in einem Inferno, das den gesamten Kontinent erfassen wird.

Zyklisch auftretende Katastrophen gibt es seit Hunderten von Jahrmillionen. Zyklisch wiederholt sich die Geschichte des Lebens: nicht nur auf der Erde, sondern im gesamten Kosmos!

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Frage: Sie kombinieren Maya-Wissen um die Zukunft mit den »Astronautengöttern« der Menschheit ...

Antwort: Genau! In grauer Vorzeit kamen gigantische »Weltraumräder« aus dem Kosmos zur Erde. Fremde Wesen fuhren in Shuttles zur Erde herab. Ob ihrer scheinbaren Allmacht wurden sie in den Epen und Mythen der ältesten Völker als »Götter« verewigt. Glaubt man den großen Religionen dieser Welt, dann waren es diese Astronautengötter, die das Leben auf Planet Erde initiierten. Sie waren die ersten Menschen – als wissenschaftliches Experiment.

Vor vielen Jahrtausenden begannen die Menschen, Planet Erde zu erobern. Sie erkundeten zunächst die engere Heimat, dann das eigene Land. Sie erforschten schließlich den eigenen Kontinent und überquerten Berge und Meere. Irgendwann waren alle Länder erkundet, alle Flüsse befahren, alle Meere erforscht, alle Gebirge erklommen. In unseren Tagen verließen die ersten Menschen Planet Erde. Sie besuchten den Mond. Bald werden Menschen zum Mond zurückkehren. Bald werden sich Menschen zum Mars aufmachen.

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Frage: Was bedeutet Ihrer Meinung nach das Wissen der Mayas für die Zukunft der Menschheit?

Antwort: Ich wage ein Prognose! Irgendwann wird es soweit sein, dass Menschen unser Sonnensystem verlassen: so wie einst die »Astronautengötter« vor Jahrtausenden aus den Tiefen des Alls zur Erde kamen.

Irgendwann werden gigantische Raumschiffe, sich um die eigene Achse drehend, die Erde wie riesige Satelliten umrunden. Dann werden sie unser Sonnensystem verlassen und den Kosmos durchziehen. Es werden selbständige Welten sein, in denen Generation auf Generation folgen. Menschen werden zu Pionieren auf einer lange währenden Reise ins All.

Ist meine Prognose zu kühn? Warum sollten Menschen der Zukunft den Schritt ins Unbekannte wagen? Weil die wissenschaftliche Neugier den Menschen immer neue Grenzen überwinden lässt, also auch die Grenze ins All! Wir sind dabei, diese Grenze zu überschreiten! Und es gibt noch einen Grund: Weil es auf Planet Erde wie auf jeder anderen Welt im Universum ein allgemeingültiges Gesetz gibt.

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Frage: Ein allgemeingültiges Gesetz ...?

Antwort: Es steht in keinem Gesetzesbuch ... und wird doch befolgt. Niemand hat es auf Tafeln aus Ton oder in PC-Programmen notiert. Und doch ist es das Gesetz des Universums, dem Elementarteilchen ebenso gehorchen wie Menschen. Alles gehorcht dem Gesetz der Expansion. Das primitivste Tierchen wie die Galaxie: alles strebt nach Expansion.

Einst – vor zehn bis zwanzig Milliarden Jahren – war das gesamte Universum zu einem Punkt komprimiert. Mit dem Big Bang expandierte es sich. Es dehnte sich aus. Neu ist diese Sicht nicht.

In uralter Verkleidung bietet die altchinesische Mythologie eine erstaunliche genau zutreffende Beschreibung des Universums vor dem Urknall. In der Jahrtausende alten Sprache der Mythologie wird zum Ausdruck gebracht, was die heutige Wissenschaft über den Big Bang nicht minder mythologisch formuliert: »Am Anfang war das große kosmische Ei. In dem Ei war Chaos, und im Chaos schwebte P’an Ku, der Nichtentwickelte, der göttliche Embryo. Und P’an Ku brach aus dem Ei hervor.«

Diesem Gesetz folgten auch vor nunmehr rund 300 Millionen Jahren lurchähnliche Bewohner der Meere. Sie verließen den gewohnten, angenehmen Lebensraum Wasser. Sie krochen aus dem Paradies ans – aus ihrer Sicht lebensfeindliche – trockene Land. Warum? Gab es eine Flucht aus dem Meer ans Land? Wohl nicht, denn das Leben in der neuen Umgebung war doch gefährlicher als in der vertrauten Umgebung!

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Frage: Ist das nicht reine Spekulation?

Antwort: Keineswegs! Dr. Ernst Stuhlinger (1913-2008) war ein renommierter Atom-, Elektrotechnik- und Raketenwissenschaftler. Der gebürtige Deutsche wanderte in die USA aus, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Bei der NASA wurde er »Associate Director for Science«. Dr. Stuhlinger: »Wir wissen nur aus Beobachtungen auf unserer Erde, dass lebendige Organismen, so sie einmal vorhanden sind, jede erdenkliche Möglichkeit ausnützen, sich zu entwickeln, sich anzupassen, sich auszubreiten.« Das Leben machte sich einfach breit. Einem inneren Zwang folgend?

Die Urformen des Lebens hausten in den Ozeanen. Gäbe es nicht den Drang, alle Grenzen zu überwinden ... wäre ein »Landlebewesen Mensch« niemals entstanden. Unsere Vorvorfahren lebten im Wasser. Sie atmeten mit Kiemen, nicht mit Lungen. Das ideale Ambiente dieser unserer Urururahnen war das Wasser. Und dennoch eroberten sie langsam das Land. Dabei mussten sie ein Paradies aufgeben, um in einer Hölle weiterzuleben. Statt wie schwerelos im Wasser zu schweben, musste sie sich schwerfällig an Land dahinschleppen. Hitze versengte ihnen die Haut, Kälte schlug beißende Wunden. Tödliche Gefahren lauerten, die es im Lebensraum Wasser nicht gab, Und doch wurde der Schritt vom gewohnten Lebensraum Meer an Land vollzogen.

Ohne diesen Drang der Expansion hätten sich älteste Lebensform nicht den neuen Gefahren des Landlebens ausgesetzt. Dann wären aber auch niemals Krebse, Vögel und Säugetiere entstanden. Dann wäre das Leben im Wasser geblieben. So strapaziös dieser Umzug auch war, er brachte nicht nur Nachteile. Eine vollkommen neue Welt tat sich für das Leben auf. Empfanden die tierischen »Pioniere«, die an Land krochen, so etwas wie Glück? Hatten sie die Freiheit der Entscheidung? Oder zwang sie das Gesetz der Expansion dazu, die neue Welt der Trockenheit zu erobern? So wie vor Hunderten von Millionen Jahren das Leben aus dem Meer an Land kam, so wird der Mensch Planet Erde verlassen und ins scheinbar unendliche »Meer« des Universums vordringen.

Die Erde ist unsere Wiege. Aber wer möchte schon im Babystadium ausharren? Wir Menschen werden nicht in der Wiege bleiben. Wir werden sie verlassen. Unsere Heimat steht nicht im Zentrum des Universums. Sie ist ein kleiner unbedeutender Planet eines unwichtigen Sonnensystems am »Rande« des Universums. Das Gebot der Expansion wird uns zwingen, so weit wie möglich in die Unendlichkeit vorzudringen. An Bord von riesigen Weltraumstädten kann das Leben von der Erde das All erkunden ... auch wenn es Ewigkeiten dauert.

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Frage: Dieses Gesetz der Expansion sehen Sie als universell an?

Antwort: Genau. Es gilt meiner Überzeugung nach überall. Nicht nur wir Menschen folgen diesem Drang der Expansion. Mit anderen Worten: Raumfahrt ist eine natürliche Entwicklungsstufe des Lebens. Dr. Stuhlinger: »Werden die außerirdischen Menschen auch Raumfahrt betreiben? – Zweifellos, sobald sie in ihrer technischen Entwicklung genügend weit fortgeschritten sind.«

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Frage: Sie entwickeln ein Bild der Zukunft ...

Antwort: So ist es... Eines fernen Tages werden Nachkommen jener Menschen, die einst in riesigen Weltraumstädten die Erde verließen, fremde Planeten erreichen. Was werden sie tun? Das hängt von den Verhältnissen auf den fremden Welten ab. Vielleicht werden sie auf »toten Welten« die Voraussetzungen für Leben schaffen. Vielleicht werden sie primitives Leben kreieren. Vielleicht werden sie primitives Leben intelligent machen ... und als Schöpfergötter aus dem All in die Mythen und heiligen Bücher der fernen Welten eingehen. Ihre Geschöpfe werden sich als »Kinder der Götter« verstehen. Irgendwann werden die Götter, deren Urahnen von der Erde kamen, die Reise durchs All fortsetzen. Und irgendwann werden die »Kinder der Götter« ihren Heimatplaneten erforscht haben ... und den »Göttern« aus dem All ins Universum folgen wollen!

Prof. Dr. Dr.-Ing. Hermann Oberth war davon überzeugt, dass jede Intelligenz irgendwann einmal Weltraumfahrt betreiben wird. Der Vater der Weltraumfahrt (»Menschen im Weltraum« S. 301): »Denn das ist das Ziel: Dem Leben jeden Platz zu erobern, auf dem es bestehen und weiter anwachsen kann, jede unbelebte Welt zu beleben und jede lebende sinnvoll zu machen.«

In grauer Vorzeit begann ein gigantischer Zeitzyklus auf Planet Erde, als das Leben in primitivster Form die Meere verließ und an Land ging. Der nächste Zeitzyklus wird mit dem Exodus des Lebens – Mensch, Tier, Pflanze – ins All beginnen ... in gigantischen Weltraumarchen ... wenn wir das wollen. Die Entscheidung liegt bei uns: Fortbestand des Lebens im All ... oder das Ende allen Lebens irgendwann auf Planet Erde. Und dieses »irgendwann« kann schon sehr viel früher eintreten als selbst Pessimisten befürchten.

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Frage: Und Sie? Sind Sie eher pessimistisch eingestellt?

Antwort: Ich aber bin Optimist: Ich glaube an die Zukunft des Lebens im All! Ich hoffe, dass sich die führenden Nationen unseres Planeten zusammenschließen und gemeinsam die Technologie entwickeln werden, die uns ins All führt. Die gemeinsame Suche nach dem Weg ins All kann erstmals ein echtes Gemeinschaftsgefühl auf unserem Planeten entstehen lassen ... Wir können und müssen uns als eine Menschheit erkennen!

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Literatur:


















Langbein, Walter-Jörg: »2012 - Endzeit und Neuanfang: Die Botschaft der Mayas«, München 2009
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Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum – Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, Düsseldorf 1954

Stuhlinger, Ernst: »Wurde unsere Erde von fremden Astronauten besucht?« in Khuon, Ernst von: »Waren die Götter Astronauten«, Düsseldorf, Januar 1971, S. 36-47