Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor des Taschenbuches „Der Höhlenbär“
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Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, ein Taschenbuch über den Höhlenbären (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter zu schreiben?
Antwort: 2008 habe ich damit begonnen, über einige Tiere aus der Urzeit kleine Taschenbücher zu schreiben. Zuerst befasste ich mich mit dem Höhlenlöwen, dann mit der Säbelzahnkatze und zuletzt mit dem Höhlenbären. Dabei passierte mir immer dasselbe: Ich wollte eigentlich nur ein dünnes Bändchen mit nicht mehr als 100 Buchseiten produzieren, aber es wurden immer rund 300 Seiten mit vielen Abbildungen.
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Frage: Hat Sie beim Schreiben des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ etwas besonders fasziniert?
Antwort: Bei den Recherchen über den Höhlenbären ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wenig Sicheres die Wissenschaft über dieses “pflanzenfressende Raubtier“ eigentlich weiß. In der Literatur gibt es sehr unterschiedliche Angaben über das erste zeitliche Auftreten, über das geographische Vorkommen und über die Lebensweise. So heißt es teilweise, der Höhlenbär sei nur Pflanzenfresser gewesen, aber auch, er habe mehr oder minder oft kleine Säugetiere gefressen. Die einen Autoren sprechen von einer Winterruhe, andere von einem Winterschlaf. Auch bei den Angaben über die Größe und das Gewicht gibt es große Unterschiede. Der angebliche Höhlenbärenkult der Urmenschen gilt heute zqwar als unwahrscheinlich, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann wieder ändert.
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Frage: Erwähnen Sie in Ihrem Taschenbuch auch Fundorte von Höhlenbären?
Antwort: Die wichtigsten Fundorte von Höhlenbären in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden in einem eigenen Kapitel aufgezählt. Besonders viele Fundorte kennt man aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
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Frage: Welchen Höhlenbären-Fundort in Deutschland halten Sie für besonders bedeutend?
Antwort: Die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in Franken ragt unter den Fundorten besonders heraus, weil nach Funden von dort der Höhlenbär, der Höhlenlöwe und die Höhlenhyänen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden.
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Frage: Welcher Höhlenbären-Fundort hat Sie am meisten überrascht?
Antwort: Die Conturines-Höhle in Südtirol fasziniert mich besonders, weil diese in rund 2.800 Metern Höhle liegt und als der am höchsten gelegene Fundort mit Resten von Höhlenbären gilt. Dorthin haben sich auch Höhlenlöwen vorgewagt.
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Frage: Werden Sie weitere Taschenbücher über Tiere aus der Urzeit schreiben?
Antwort: Nach dem Höhlenbären sollte eigentlich das Mammut an die Reihe kommen. Aber danach habe ich mich in ein völlig anderes Thema verbissen, bei dem es um Biografien berühmter Frauen geht. Dieses Manuskript erfordert viel Arbeit und Zeit und wird sicherlich erst im Laufe von 2010 fertig.
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Frage: Wo kann man Ihre Taschenbücher über Höhlenbären, Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen kaufen?
Antwort: Auf der Webseite von „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de - dort gibt es auch preiswerte E-Books im PDF-Format –, in rund 1.000 Online-Buchshops und in jeder guten Buchhandlung.
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Bestellungen des Taschenbuches „Der Höhlenbär“ bei:
http://www.grin.com/e-book/137524/der-hoehlenbaer
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Montag, 28. September 2009
Interview mit Gerda Blechner über ihren Roman Veilchenzeit

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Interview mit der Psychotherapeutin, Ethnologin und Autorin Gerda Blechner
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Frage: Frau Blechner, wenn man im Internet über Sie recherchiert, findet man vor allem Sachbücher aus dem Themenbereich Psychologie aus Ihrer Feder. Was hat Sie bewogen, den Roman „Veilchenzeit“ zu schreiben?
Antwort: Ganz aus dem Rahmen fällt der Roman "Veilchenzeit" nicht, denn alle meine Bücher haben mit kritischem Hinterfragen zu tun.
Der akute Anlass dafür war jedoch Sommer 2008, bei einer 85-er Geburtstagsfeier im großen Stil. Ich saß an einem 5-er Tisch mit vier rüstigen alten Damen (alle über 80). Alterstypisch redeten sie gegen Nachmittag über die gute alte Zeit. Dabei stellte sich heraus, dass drei Frauen frühere BDM-Führerinnen waren und eine, wegen dem Euthanasietod eines Onkels, eine fanatische Nazigegnerin.
Das Trio versuchte, sofort jede Kritik abzublocken, als ich negative Beispiele aus der Nazi- und Nachkriegszeit anführte. Daraufhin geriet die vierte Frau so in Wut, dass sie anfing zu brüllen "Nazi-Idiotinnen, euch müsste man mundtot schreiben. Die Initialzündung ... plus Erfahrung, plus Erkenntnis wie psychisch Kranke auch heute noch ausgegrenzt werden.
Zusammen genommen der Versuch, diese Mauer zu durchlöchern, denn ganz abzubauen wird wohl kaum möglich sein.
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Frage: Wovon handelt Ihr Roman „Veilchenzeit“?
Antwort: Nach dem Holocaust trifft das Kind Lena seine Tante Sara in einem DP-Lager wieder. Doch Sara ist nun schwer traumatisiert (psychisch krank). Bald finden die Beiden in der Schweiz eine liebevolle, neue Heimat. Kurz, viel zu kurz. Denn Saras Krankheit treibt sie zurück nach Deutschland, wo sie nicht willkommen sind, abgelehnt werden. Durch die Vernichtung "unwerten Lebens" in der Nazizeit und ihrer Ideologie können die Menschen nicht mit Saras Krankheit umgehen. Wie Lena dennoch für sich und ihre kranke Tante Lebensraum schafft mit Mut, Kreativität, Neugier, Hinterfragen, Liebe wird dann plastisch und berührend, ohne sentimental zu werden, in gutem Stil erzählt.
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Frage: Wollen Sie mit Ihrem Roman „nur“ unterhalten oder verfolgen Sie damit auch andere Ziele?
Antwort: Ich würde mir wünschen, dass das Geschriebene über sich hinausweisen möge und die Leser nachdenklich und bereichernd machen könnte. Aber Literatur ist natürlich ein Angebot ohne Verpflichtung. Der Leser kann etwas für sich annehmen oder zurückweisen, die Ansicht des Autors teilen und in sein Leben integrieren oder auch nicht. So offen muss Literatur sein.
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Frage: Jeder Autor bzw. jede Autorin hat eine andere Arbeitsweise? Wie ist die Ihre?
Antwort: Grundsätzlich arbeite ich immer nur vormittags geistig, d.h. nicht nur schreiben, auch lesen, recherchierern ... Nachmittags dann körperlich (Wohnung, Garten, Reparaturen, sportliche Betätigungen ...).
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Frage: Wo kann man Ihren Roman „Veilchenzeit“ erwerben?
Antwort: Bei amazon unter der Internetadresse
http://www.amazon.de/Veilchenzeit-Gerda-Blechner/dp/3939948195/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254141329&sr=8-1 sowie beim Verlag oder im Buchhandel auf Bestellung.
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Frage: Welche Ihrer Sachbücher sind noch im Buchhandel erhältlich?
Antwort: Alle, aber nur auf Bestellung.
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Frage: Legen Sie nach dem Roman eine Schreibpause ein oder planen Sie bereits ein neues Buch?
Antwort: Das hängt davon ab, ob sich eine zum Schreiben zwingende Situation ergibt.
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Leseprobe aus dem Roman „Veilchenzeit“:
DP-Lager (displaced persons = heimatlose Menschen) nannte man Lager, in dem Überlebende aus den Konzentrationslagern untergebracht waren, bevor sie auswanderten.
In einem solchen Lager trafen sich Sara und Lena wieder.
Nein, das war nicht ganz richtig. Nach der Befreiung durch die Alliierten mussten Lena und Sara in verschiedenen Lagern medizinisch betreut werden, da sie beide unter schwerem Durchfall litten. Durch die Registrierung dort konnten sie später zusammengeführt werden.
Die inzwischen 21-jährige Sara hatte als Einzige der großen jüdischen Familie überlebt, die nun 8-jährige Lena als einziger Nachkömmling. Wie alle Menschen hier freuten sie sich über die Freiheit, die Erlösung aus einer Zeit unvorstellbarer Grausamkeiten und natürlich auch über das Zusammentreffen.
Aber Sara war nicht mehr die Sara von früher, Lena nicht mehr das unbeschwerte Kind von einst. Der Rhythmus von Leben und Tod hatte für sie auf einer intensiveren Trommel geschlagen.
Lena fragte sich immer wieder, warum sie überlebt hatte. Vielleicht wegen der übergeschnappten Aufseherin, die keine Kinder bekommen konnte, sich aber sehnlich welche wünschte, dabei Wunsch und Wirklichkeit verwechselte und die blond gelockte, blauäugige Lena vom ersten Augenblick an als ihr Eigentum betrachtete. Vielleicht, weil sie in der Fantasie immer wieder in eine andere Welt floh, wo ihr das Böse nichts anhaben konnte, wo sie zur übermächtigen Gestalt wurde und die Nazis zu erbärmlichen Mini-Kreaturen, die sie wie Ungeziefer am Boden zertrat.
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Bestellungen des Romans "Veilchenzeit" bei:
http://www.tordenfjord.de/buecher/veilchenzeit.html
Freitag, 18. September 2009
Interview über Raubkatzen aus den Mosbach-Sanden

Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Autor der Taschenbücher „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ und „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“
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Frage: Warum haben Sie zwei Taschenbücher über Höhlenlöwen und Säbelzahnkatzen - früher Säbelzahntiger genannt - geschrieben und veröffentlicht?
Antwort: Daran ist mein Wohnort im Wiesbadener Stadtkreis schuld. Ich lebe nur wenige Kilometer von den weltberühmten Mosbach-Sanden entfernt, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt sind. In diesen rund 600.000 Jahre alten Flussablagerungen aus einem warmem Abschnitt des Eiszeitalters hat man zahlreiche Zähne und Knochen von Raubkatzen gefunden.
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Frage: Welche Raubkatzen sind bisher aus den Mosbach-Sanden nachgewiesen?
Antwort: In den Mosbach-Sanden sind Reste des riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis), der löwengroßen Säbelzahnkatze (Homotherium crenatidens), des Europäischen Jaguars (Panthera leo gombaszoegensis) und des Geparden (Acinonyx pardinensis) gefunden worden. Die Originalfunde werden im Naturhistorischen Museum Mainz, im Museum Wiesbaden und im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt. Von anderen deutschen Fossilienfundstättten aus dem Eiszeitalter kennt man übrigens auch den Leopard und sogar den Puma.
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Frage: Welche dieser Raubkatzen sind zu Lebzeiten am größten gewesen?
Antwort: Die imposanteste Raubkatze aus den Mosbach-Sanden war der Mosbacher Löwe. Er erreichte – nach Berechnungen von Wissenschaftlern – eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, von denen etwa 1,20 Meter auf den Schwanz entfielen, und vielleicht eine Schulterhöhe bis zu 1,50 Metern. Heutige Löwen in Afrika sind rund einen halben Meter kürzer. Aus dem Mosbacher Löwen, der vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren in Europa vorkam, ist der Höhlenlöwe (Panthera leo fossilis) hervorgegangen.
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Frage: Hat man in Deutschland mehr Reste von Mosbacher Löwen oder von Höhlenlöwen entdeckt?
Antwort: Die Fundorte des Mosbacher Löwen in Deutschland kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Dagegen kennt man vom Höhlenlöwen mindestens 100 Fundorte Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin.
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Frage: Aus welchem deutschen Bundesland kennt man die meisten Fundorte von Höhlenlöwen?
Antwort: Nach den Funden zu schließen, war Bayern ein wahres „Paradies für Höhlenlöwen“. Dort kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin. Dagegen wurden im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.
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Frage: An welchem deutschen Fundort kamen die meisten Reste von Höhlenlöwen zum Vorschein?
Antwort: Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort fand man Reste von rund 30 Höhlenlöwen. Der Höhlenlöwe mit dem wissenschaftlichen Namen Panthera leo spelaea ist 1810 von dem Arzt und Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der zeitweise in Erlangen und später in Bonn lebte, nach einem Schädelfund aus der Zoolithenhöhle erstmals beschrieben und benannt worden.
Antwort:
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Frage: Welche Säbelzahnkatzen kennt man aus Deutschland?
Antwort: Die Antwort klingt etwas verwirrend, weil die Wissenschaftler heute zwischen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen unterscheiden. Im Miozän vor etwa 10 bis 8,5 Millionen Jahren lebten in Deutschland die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und im Eiszeitalter vor etwa 600.000 bis 11.700 Jahren zunächst die große Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und später die kleinere Art Homotherium latidens. Außerdem kennt man aus Deutschland die im Miozän vorkommenden Dolchzahnkatzen Paramacharodus ogygius und Paramachairodus orientalis und aus dem Eiszeitalter Megantereon cultridens.
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Frage: Was fasziniert Sie an den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am meisten?
Antwort: Mir haben es die besonders großen Säbelzahnkatzen wie Machairodus giganteus, die fast Tigerformat hatte, und die Dolchzahnkatze Smilodon populator besonders angetan. Letztere trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne. Beide Arten existierten – nach den Funden zu urteilen – außerhalb von Deutschland.
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Frage: Wo kann man etwas über Raubkatzen aus grauer Urzeit lesen?
Antwort: In meinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Säbelzahnkatzen“, aber auch in meinem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“. Leseproben findet man bei http://www.grin.de und http://books.google.de - Bei „GRIN“ gibt es diese Titel als gedruckte Taschenbücher und elektronische E-Books. Außerdem kann man die Taschenbücher in jeder guten Buchhandlung bestellen, weil diese bei den wichtigsten deutschen Buchgroßhändlern „Libri“ und „KNO“ gelistet sind. Außerdem sind sie in rund 1.000 Online-Buchshops erhältlich.
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Weblinks:
Höhlenlöwen-Blog
http://hoehlenloewen-blog.blogspot.com
Säbelzahnkatzen-Blog
http://saebelzahnkatzen-blog.blogspot.com
Mittwoch, 2. September 2009
Glauben Sie an Affenmenschen?
Video "Yeti Filmed in Poland" von "morningstarrtv" über angebliche Sichtung eines Affenmenschen in Polen bei "Youtube"
http://www.youtube.com/watch?v=QzSY2r993Mw&feature=player_embedded
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Interview mit dem Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der unter anderem das Taschenbuch „Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti“ geschrieben hat
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Frage: Herr Probst, warum haben Sie ein Buch über „Affenmenschen“ geschrieben?
Antwort: Mich interessieren außer ausgestorbenen Tieren wie beispielsweise Dinosauriern, Flugsauriern, Meeressauriern, Urvögeln, Mammuts, Höhlenlöwen, Säbelzahnkatzen, Höhlenbären und Menschenaffen auch Fabelwesen wie Riesen, Drachen, Einhörner und Seeungeheuer sowie so genannte Kryptiden wie Nessie, Bigfoot und Yeti. Kryptiden sind Lebewesen, deren Existenz von Kryptozoologen vermutet wird, aber nicht bewiesen ist.
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Frage: Glauben Sie an die Existenz von Affenmenschen?
Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendwo in einem versteckten Winkel der Erde Affenmenschen wie Bigfoot, Yeti oder andere ihr Leben fristen. Aber ich kann nicht ausschließen, dass irgendwann auf unserem Planeten ein bisher unbekannter Halbaffe, Affe oder Menschenaffe entdeckt wird. Eine Boulevardzeitung hat zwar behauptet, ich sei der Meinung, dass es sich beim Affenmenschen um eine aus der Urzeit stammende Affenart handeln könnte, von der bekannt sei, dass sie eine Größe von drei Metern erreichen konnte. Aber ich habe in Wirklichkeit etwas ganz anderes gesagt. Nämlich, dass in der Urzeit in Asien ein riesiger Menschenaffe namens Gigantopithecus gelebt hat, der eine Höhe von zwei bis zu drei Metern erreicht haben soll. Manche Kryptozoologen vermuten, dass bestimmte Affenmenschen Nachfahren dieses Gigantopithecus seien. Ich selbst glaube dies aber nicht.
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Frage: Wo hat man angeblich Affenmenschen gesichtet?
Antwort: Angebliche Sichtungen von Affenmenschen wurden aus allen fünf Erdteilen bekannt, vor allem aus Asien (Alma, Chuchunaa, Yeren, Ngoui Rung, Orang Pendek, Yeren,Yeti) und Amerika (Bigfoot, Stink-Affe, De-Loys-Affe), aber auch aus Australien („Böser Geist“ Yeren), Afrika und Europa.
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Frage: Sind die Beschreibungen von Affenmenschen identisch?
Antwort: Die Beschreibungen der angeblich beobachteten Affenmenschen sind sehr unterschiedlich. So schwanken die Angaben über die Größe bzw. Höhe der Affenmenschen je nach Form zwischen nur 1,20 Metern („Kurzer Mensch“ Orang Pendek auf Sumatra) bis zu unglaublichen 4,80 Metern (größte Form des Yeti). In der einschlägigen Literatur ist aber auch von kleineren Formen des Yeti mit nur 1, 1,80 oder 2,70 Meter Höhe die Rede. Bigfoot aus Nordamerika soll Schuhgröße 61 erreicht haben. Auch die Verhaltensweisen und Fähigkeiten werden sehr unterschiedlich geschildert. Zum Beispiel: scheu und friedlich wie der kleine Orang Pendek und der „Schneemensch“ Yeti im Himalaja, angriffslustig wie der „Bandit“ Chuchunaa in Sibirien, Yeren in China oder der De-Loys-Affe in Südamerika, fürchterlich stinkend wie der Stink-Affe in Florida, Kleidung tragend wie Chuchunaa in Sibirien oder Feuer machend wie der „Vietnamesische Yeti“ Ngoui Rung. Als Vorfahren werden riesige Menschenaffen („Schneemensch“ Yeti), Frühmenschen (Orang Pendek auf Sumatra) oder Neandertaler („Wilder Mensch“ Alma in der Mongolei) diskutiert. Der Yeti wurde früher sogar phantasievoll als kälteunempfindlicher Ur-Germane gedeutet.
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Frage: Gibt es etwas, was sie beim Thema Affenmenschen amüsiert?
Antwort: Ich schmunzle immer wieder darüber, dass Fotos oder Filme, die angeblich Affenmenschen zeigen, so unglaublich unscharf sind. Es ist schon ein wahres Kunststück, mit heutigen modernen Kameras so schlechte Aufnahmen zu machen. Manchmal kommt es vor, das Leser/innen sich über die schlechte Druckqualität von Affenmenschen-Fotos in meinem Affenmenschen-Taschenbuch bitter beklagen und mir diese anlasten. Dazu kann ich nur sagen: Von Lebewesen, die es nicht gibt, kann man keine gestochen scharfen Aufnahmen anfertigen!
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Frage: Kann man im Internet einen Blick in das Taschenbuch „Affenmenschen“ werfen?
Antwort: Eine Leseprobe des Taschenbuches „Affenmenschen“ ist bei der „Google Buchsuche“ unter der Adresse http://books.google.de/books?id=7nwMydGpGUkC&printsec=frontcover&dq=Affenmenschen+Probst#v=onepage&q=&f=false im Internet zu finden.
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Frage: Wo ist Ihr Taschenbuch über „Affenmenschen“ erhältlich?
Antwort: Das Taschenbuch „Affenmenschen“ ist bei rund 1000 Online-Buchshops erhältlich. Zum Beispiel bei Amazon, Libri, buch.de und bol.de, außerdem in jeder guten Buchhandlung, weil dieser Titel bei den Buchgroßhändlern Libri und KNO gelistet ist. Es wird auch in etlichen ausländischen Buchshops angeboten.
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Frage: Gibt es noch andere Bücher von Ihnen zu ähnlichen Themen?
Antwort: Ja, nämlich „Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörnern entstanden“ und „Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster“. Beide sind bei „GRIN“ erschienen und in rund 1000 Online-Buchshops zu haben.
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Bestellungen des Taschenbuches oder des E-Books „Affenmenschen“ bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ unter:
http://www.grin.com/e-book/93660/affenmenschen
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Taschenbücher von Ernst Probst bei „GRIN“:
Affenmenschen. Von Bigfoot bis zum Yeti
Archaeopteryx. Der Urvogel aus Bayern
Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren
Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter
Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden
Rekorde der Urmenschen. Erfindungen, Kunst und Religion
Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere
Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon
Seeungeheuer. Von Nessie bis zum Zuiyo-maru-Monster
Dienstag, 5. Mai 2009
Interview mit Dick Mol über das Buch "De Groote Wielen: er war eens ..."

Autoren Dick Mol (links) und Anton Verhagen
Interview mit Dick Mol aus Hoofddorp, niederländischer Experte für fossile Säugetiere (vor allem Mammut) aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) und Autor zahlreicher Bücher über prähistorische Themen: Zusammen mit Anton Verhagen veröffentlichte er das Werk "De Groote Wielen: er war eens ...". Dieser Band ist eine Art Monographie und befasst sich mit Säugetieren, Vögeln, Insekten, Vegetation, Altersdatierung mit der Radiocarbon-Methode bzw. C14-Methode. usw.
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"Groote Wielen": Ein Eldorado für die Wissenschaft
Frage: Herr Mol, zusammen mit Anton Verhagen aus 's-Hertogenbosch haben Sie das Buch "De Groote Wielen: er was eens ..." veröffentlicht. Worum geht es in diesem ungewöhnlich reich bebilderten und großformatigen Prachtband?
Antwort: In der Nähe von 's-Hertgenbosch, in der Provinz Noord-Brabant, wird in den Auen der Maas ein neues Wohnviertel gebaut. Es werden 6.400 neue Häuser errichtet. Dafür brauchte man sehr viel Sand, etwa 5 Millionen Kubikmeter. Bohrungen haben angedeutet, dass es in der Nähe dieses Wohnviertels sehr gute Ablagerungen der Ur-Maas gibt. Eine dicke Sandschicht, die von der Maas über Tausende von Jahren abgelagert worden ist. Wir wissen aus der Geschichte der Maas, dass in deren Ablagerungen auch Überreste der Mammutfauna gefunden werden können. In verschiedenen Museen in den Niederlanden sind umfangreiche Sammlungen von Mammutknochen, und natürlich auch von anderen Tieren der Mammutsteppe, angehäuft. Da die Behörden bei der Genehmigung festgelegt haben, dass verschiedene Qualitäten von Sand separat gelagert werden sollen, musste man sehr genau die Ablagerungen fördern. Für die Paläontologie war das neu. Am Spülfeld weiß man dann ziemlich genau, aus welcher Tiefe der Sand und die verschiedene tierischen Überreste stammen. Fast fünf Jahre haben Anton Verhagen und ich an der Fundstelle "De Groote Wielen" gesammelt, die auch der Name des neuen Wohnviertels ist. Untersuchungen an den Knochen und andere Funden haben sehr interessante Ergebnisse erbracht. Diese haben wir jetzt in diesem Buch veröffentlicht.
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Unterkiefer eines Cro-Magnon-Menschen von der Fundstelle "De Groote Wielen"
Frage: In Ihrem Buch kann man eine Reise durch die letzte Phase des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 100.000 bis 11.700 Jahren unternehmen. Welchen Tieren und Urmenschen begegnet man dabei?
Antwort: Wir haben fast die komplette Mammutfauna sichergestellt. Die Fauna, die wir von vielen Fundstellen in der nördlichen Hemisphäre kennen. Die Fauna, die zwischen 100.000 und 12.000 Jahren vor heute die kalte und trockene fast baumlose Grasssteppe bewohnt hat. Tiere wie das Wollhaar-Mammut, Wollhaar-Nashorn, Pferd, Steppenwisent, Riesenhirsch, Rentier, Löwe, Polarfuchs, Braunbär und auch Überreste von kleinen Tieren wie Polarhase.
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Kinder mit 1,31 Meter langem Mammutknochen von der Fundstelle "De Groote Wielen"
Frage: Welche Tiere aus dem Eiszeitalter begeistern Sie am meisten?
Antwort: Eigentlich interessiere ich mir für die Gesamtfauna. Aber die Mammuts aus dem Früh-, Mittel- und Spätpleistozän interessieren mich am meisten. Die verschiedenen Mammutarten sagen soviel aus über die Umwelt aus dem gesamten Pleistozän.
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Frage: Wer hatte als Erster die Idee für dieses Buch?
Antwort: Die Idee kommt von uns beiden. Viele Jahre arbeiten Anton Verhagen und ich zusammen. Wir haben viele Tage im Feld verbracht. Wir waren sehr oft unterwegs in Europa und auch in Nordamerika. In einem Gespräch haben wir gesprochen über andere Bücher, die ich in Japan, Russland und Amerika veröffentlicht habe, um meine Ideen mit anderen zu teilen. Dann haben wir einander gesagt, wir sollen unsere Daten von "De Groote Wielen" mit anderen teilen.
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Frage: Wie haben Sie und Anton Verhagen sich kennen gelernt?
Antwort: Vor etwa 30 Jahren habe ich ihn in 's-Hertogenbosch besucht. Er war vor allem sehr aktiv in seiner Heimatregion und hat sich hauptsächlich interessiert für die Archäologie. Er hat viele Fundstellen in der Nähe von 's-Hertogenbosch, wo auch öfters Knochen vom Mammut gefunden wurden. Dann haben wir uns befreundet. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet und ab und zu etwas veröffentlicht.
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Skelett eines Wildrindes von der Fundstelle "Groote Wielen"
Frage: An Ihren Büchern fällt auf, dass Sie immer eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Abbildungen präsentieren. Wie viele Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde) sind in "De Groote Wielen" zu sehen?
Antwort: Ich veröffentliche gerne Originalarbeiten. Ich hänge sehr an Qualität. Ich habe sehr lange an den Untersuchungen gearbeitet und originale Resultate bekommen. Die sollen dann auch mit guten und Originalbildern publiziert werden. Da ich auch gerne und öfters mit qualifizierten Fotografen und Künstlern zusammenarbeite, war nicht viel nötig, ein gutes und vertrautes Team zusammenzustellen. Remie Bakker zum Beispiel hat unter meiner Leitung hervorragende Gemälde angefertigt.
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Gemälde eines Mammuts von Remie Baaker für das Titelbild des Buches "De Groote Wielen: er war eens"
Frage: Besondere optische Leckerbissen sind die Zeichnungen und Gemälde des niederländischen Künstlers Remie Bakker aus Rotterdam. Sie diese eigens für das Buch geschaffen oder bereits anderswo veröffentlicht worden?
Antwort: Ja, die Schwarzweiß-Zeichnungen und die farbigen Gemälde sind eigens für dieses Buch geschaffen worden. Das war viel Arbeit. Die Gemeinde und die Entwickler des neuen Wohnviertels haben uns dabei finanziell unterstutzt. Remie Bakker muss von seiner Arbeit leben und hat viele Stunden daran gearbeitet und immer wieder hatten wir Anmerkungen und mussten kleine Änderungen angebracht werden. Die Gemälde sind auch groß angelegt, etwa 110 x 80 cm. Leider ist das Buch nur im Format DIN A4 (21 x 29,7 cm) gedruckt!
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Frage: Können Natur- oder Kunstliebhaber Zeichnungen und Gemälde, die im Buch veröffentlicht sind, kaufen?
Antwort: Nein, die werden nicht verkauft. Remie Bakker ist ein professioneller Künstler und liebt die Massenproduktion nicht. Ich finde das gut. Man kann ihn natürlich immer fragen, ob er etwas originelles produziert. Siehe seine Arbeiten und seine Adresse auf http://www.manimalworks.com
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Frage: Wer ein Buch von Ihnen gelesen hat, möchte gerne wissen, welche Titel noch aus Ihrer Feder stammen. Bitte nennen Sie uns Bücher, auf deren Umschlag Ihr Name steht?
Antwort: Das sind viele Bücher. Ich möchte gerne auf Wikipedia hinweisen. Ich weiß nicht, wer Dick Mol dort untergebracht hat, aber es gibt dort eine kleine Auflistung einiger meiner Bücher.
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Frage: In den Medien werden Sie oft respektvoll als "Mammut-Experte", "Sir Mammoth" oder "Mister Mammoth" bezeichnet. Freuen Sie sich über diese Bezeichnungen?
Antwort: Ich investiere sehr viele Stunden pro Tag für die Paläontologie. Ich liebe das. Nicht nur im Labor, nicht nur im Feld, nicht nur in meiner Privatbibliothek und nicht nur in Sibirien oder auf der Nordsee. Ich liebe alle Stufen dieser Wissenschaft. Es bereitet mir und meiner Frau sehr viel Spaß und Vergnügen. Wir sind sehr viel unterwegs und reisen ist immer sehr angenehm.
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Frage: Anton Verhagen, geboren 1944, wird in dem Buch als Sammler paläontologischer und archäologischer Objekte bezeichnet. Was ist seine Spezialität?
Antwort: Anton ist schon in Frühpension. Er hat vor einigen Jahren ein sehr schönes und interessantes Museum gegründet und zwar bei 's-Hertgenbosch mit Funden aus seiner Heimat. Siehe: http://www.museumhertogsgemaal.nl - Dieses archäologisch-paläontologische Museum wird auch im Buch beschrieben. Es ist ein Museum mit vielen Funden aus dem Eiszeitalter und auch aus dem Holozän. Auch einige geschichtliche Objekte aus seiner Heimat kann man hier anschauen, und man bekommt immer eine sehr gute und begeisterte Führung.
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Frage: Viele Buchautoren sind nach dem Erscheinen ihres Werkes erschöpft und wollen erst mal eine Pause machen, bevor sie sich an ein neues Buchprojekt heranwagen. Wie ist es bei Ihnen?
Antwort: Nein, da fehlt mir die Zeit. Ich arbeite jetzt mit Professor Dr. Evangelia Tsoukala aus Thessaloniki in Griechenland, zusammen, um nächstes Jahr einen reich bebilderten Band herauszubringen mit den Ergebnissen unserer Ausgrabungen in der Sandgrube von Milia in West-Mazedonien. Darüber hinaus muss ich auch die wissenschaftlichen Daten von meinen Untersuchungen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Auch bin ich noch sehr beschäftigt mit der Organisation der 5. Mammutkonferenz, die 2010 in Le Puy-en-Velay in der Auvergne in Frankreich stattfinden wird.
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Frage: Das größte Lob für einen Autor ist, wenn möglichst viele Menschen sein Buch kaufen, lesen. Wo kann man das Buch "De Groote Wielen" erwerben?
Antwort: Beim DrukWare Verlag in Norg, Niederlande. Die Daten des Buches sind:
Anton Verhagen und Dick Mol: De Groote Wielen: er was eens ... Wie woonden er in De Groote Wielen in de ijstijd?
Drukware Verlag, 192 Seiten, 34,45 Euro, ISBN 978 90 78707 06 6
Die Adresse des Verlages findet man auf der Internetseite http://www.drukware.nl
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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der unter anderem die Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und http://interview-weblog.blogspot.com betreibt
Dienstag, 31. März 2009
Was Kees von Hooijdonk an Säbelzahnkatzen begeistert

Kees van Hooijdonk mit einem Kiefer der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze in Frankreich, der im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt wird
Interview mit Kees van Hooijdonk aus Rucphen, niederländischer Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter, über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen
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Frage: Herr van Hooijdonk, Sie suchen, sammeln und erforschen sehr erfolgreich Reste fossiler Säugetiere aus dem Eiszeitalter (etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre). Wie, wann und wo haben Sie sich für dieses interessante Hobby begeistert?
Antwort: Mein Interesse an Fossilien ist bereits in meinen Jugendjahren aufgetreten, und zwar bei einem Spaziergang im Wald bei La Roche in den Belgischen Ardennen. Dabei habe ich in einer Felsenpartie im Wald, Hunderte von Metern über der Ourthe, fossile Schnecken gefunden. Ich war so fasziniert von dieser unerwarteten Entdeckung, dass ich anfing Bücher über Fossilien zu lesen. Von diesem Moment an habe ich mit dem Fossiliensammeln begonnen. Außerdem wurde ich Mitglied der niederländischen Geologischen Gesellschaft. Zunächst habe ich alle möglichen Fossilien gesammelt, aber einige Jahren später habe ich mich mehr und mehr auf Fossilien von Säugetieren aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) spezialisiert, vor allem auf Katzen (Felidae).
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Prachtband über Säbelzahnkatzen, an dem Kees van Hooijdonk mitgearbeitet hat
Frage: Zusammen mit Dick Mol, Wilrie van Logchem und Remie Bakker haben Sie die Prachtbände „De Sabeltandtijger uit de Noordzee“ (2007) in niederländischer Sprache und „The Saber-toothed Cat of the Nord Sea“ (2008) in englischer Sprache veröffentlicht, die nach meiner Ansicht zu den besten Büchern über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gehören. Was begeistert Sie an diesen Raubkatzen?
Antwort: Ich glaube, dass sehr viele Menschen beeindruckt sind von der Kraft und Eleganz der Felidae. Sogar die Jagd einer Hauskatze auf dem Hinterhof bietet ein faszinierendes Schauspiel. Mein Interesse an der Säbelzahnkatze Homotherium ist entstanden, als ich vor etwa 10 Jahren einige Fossilien von dieser Raubkatze gefunden habe. Es ist vor allem die spezielle Anatomie, die mich interessiert. Aber auch die Seltenheit und die Exklusivität der Homotherium-Fossilien haben eine wichtige Rolle gespielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mit dieser Tiergattung intensiver befasst, eine Reihe von interessanten Touren unternommen und Kontakte gepflegt.
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Frage: Seit einigen Jahren spricht man nicht nur von Säbelzahnkatzen, sondern auch von Dolchzahnkatzen. Können Sie den Unterschied zwischen diesen Raubkatzen kurz erklären?
Antwort: In der englischen Sprache unterscheidet man zwei Formen von Säbelzahnkatzen: nämlich Scimitar Cat (Krummsäbelzahn) und Dirktoothed Cat (Dolchzahn), je nach den spezifischen Eigenschaften der oberen Eckzähne. Säbelzahnkatzen des Stammes Homotheriini gehören zu den Scimitar Cats, weil die oberen Eckzähne einem Krummsäbel (Scimitar) gleichen. Diese Eckzähne sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an den Schnittflächen. Sabelzahnkatzen des Stammes Smilodontini gehören zu den Dirktoothed Cats.
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Frage: In der Literatur heißt es, manche Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen seien so groß wie ein heutiger Löwe oder sogar wie ein jetziger Sibirischer Tiger gewesen, der als größte Raubkatze der Gegenwart gilt. Wer war die größte Säbelzahnkatze und wer die größte Dolchzahnkatze?
Antwort: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das liegt daran, dass Fossilien von Säbelzahnkatzen immer sehr selten vorkommen. Vollständige Skelette sind noch viel seltener. Viele Informationen über Größe und Gewicht der Säbelzahnkatzen sind deshalb nur durch Interpretationen zu bekommen. Eine große Säbelzahnkatze wird oft mit der Größe eines Löwen verglichen, während die nächst kleinere Art mit dem Panther verglichen wird.
Doch dieser Vergleich ist nicht ganz zufällig, denn viele Faunen (oder Biotope) haben eine ähnliche Zusammensetzung: der heutige Löwe und Leopard leben in der Serengeti, der jetzige Tiger und Leopard in Ost-Asien, die ausgestorbenen Gattungen Homotherium und Megantereon (z. B. Senèze) in Frankreich), die fossilen Gattungen Smilodon und Homotherium in Amerika.
Aber wenn man eine Gattung nennen sollte, dann sollte es vielleicht die südamerikanische Dolchzahnkatze (Dirktoothed Cat) Smilodon populator sein, die mit einer Schulterhöhe von 120 Zentimetern noch größer war als ihr nordamerikanischer Verwandter Smilodon fatalis, vom der sehr viele Fossilien gefunden wurden in den Teerlöchern („tar pits“) der Fundstelle Rancho La Brea mitten in der kalifornischen Großstadt Los Angeles.
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Frage: In Kino- und Fernsehfilmen tragen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen riesige furchterregende Eckzähne (Fangzähne). Welche Säbelzahnkatze oder Dolchzahnkatze besaß die größten Eckzähne?
Antwort: Die Dolchzahnkatze Smilodon populator hatte die längsten Eckzähne: nämlich sage und schreibe 30 Zentimeter.
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Frage: In Büchern, Zeitschriften und im Internet findet man über Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sehr unterschiedliche Informationen über deren Lebensweise. Sind diese Raubkatzen nach Ihrer Ansicht faule Aasfresser oder tüchtige Jäger gewesen?
Antwort: Ich glaube, dass die Säbelzahnkatzen flinke Jäger waren, wie die heutige Katze. Das sieht man auch am Gebiss. Aber die Jagd auf Beutetiere erfordert sehr viel Energie und ich bin der Meinung, dass die Säbelzahnkatzen versuchten, anderen Raubtieren die Beute abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit bot. Auch heute sieht man das bei manchen Raubtieren. In Zeiten der Knappheit könnten Säbelzahnkatzen auch Aas gefressen haben. In Rancho La Brea (USA) sieht man, dass Säbelzahnkatzen zu Teergruben gekommen sind, um dort leicht an Beutetiere zu gelangen, die im Teer gefangen waren. Das zeigt, dass Säbelzahnkatzen versucht haben, mit minimaler Arbeit Beute zu bekommen.
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Frage: Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden sowohl als Einzelgänger als auch als Rudeltiere geschildert. Was meinen Sie dazu?
Antwort: Es wird oft gesagt, dass Säbelzahnkatzen in Gruppen jagten, aber dafür liegen keine eindeutigen Beweise vor. In der Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) sind Fossilien von mehreren Säbelzahnkatzen der Gattung Homotherium gefunden worden. Doch diese stammen entweder von alten oder sehr jungen Tieren. Vielleicht war dort eine Art von „Nest“ und es ist normal, dass die Jungen die ersten Monate mit ihren Eltern verbringen. In Rancho La Brea wiederum sind sehr viele Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon entdeckt worden. Viele dieser Fossilien tragen Spuren einer Krankheit oder sogar Lahmheit, was belegt, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Tiere selbst aktiv gejagt haben. Dass Krankheiten oder Verletzungen verheilt sind, belegt, dass kranke oder verletzte Dolchzahnkatzen von ihrer Gruppe unterstützt oder dass sie beim Fressen an der Beute geduldet wurden. Aber man muss vorsichtig sein mit solchen Schlussfolgerungen: Beim heutigen Katzen gibt es auch Ausnahmen: Die meisten Katzen leben als Einzelgänger, aber Löwen sind echte Rudeltiere.
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Frage: In einem sehr interessanten Beitrag für die renommierte niederländische Fachzeitschrift „Cranium“ befassten Sie sich mit der Säbelzahnkatze Homotherium und der Dolchzahnkatze Megantereon aus Senèze im französischen Departement Haute Loire. Können Sie diese beiden Raubkatzen kurz beschreiben?
Antwort: Mit einer Schulterhöhe von etwa 95 Zentimetern war Homotherium die größere von diesen beiden Raubkatzen. Wenn man Skelette dieser beiden Tiere miteinander vergleicht, dann seht man sofort, dass Homotherium eine große, schlanke Katze war, deren Vorderbeine länger waren als die Hinterbeine, was Homotherium ein Ausehen wie eine Hyäne gab. Homotherium konnte sogar ein junges Mammut töten.
Megantereon dagegen war eine große, robuste Katze mit einer Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern ähnlich wie ein heutiger Jaguar. Mit seinen extrem starken Vorderbeinen war er in der Lage, große Beutetiere, wie ein Pferd oder einen Hirsch, auf den Boden zu werfen und zu töten.
Auch das Gebiss beider Katzen weicht stark voneinander ab. Die Eckzähne von Homotherium sind stark gebogen, breit und sehr abgeflacht, mit feiner Zähnelung an Schnittflächen. Auch der Rest des Gebisses hatte eine sehr starke Zähnelung und zwar an Schnittflachen der Schneidezähne und Backenzähne.
Das Gebiss von Megantereon war minder kräftig und die oberen Eckzähne waren schmäler und ohne Zähnelung.
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Frage: Aus ihren Publikationen geht hervor, dass Sie auch Fundstellen und Museen im Ausland besuchen. An welche Besuche erinnern Sie sich besonders gerne?
Antwort: Ich hatte die Möglichkeit, Besuche zu machen an der Universität Claude Bernard in Lyon (Frankreich), wo das Skelett eines Homotherium von Senèze aufbewahrt wird und im Naturhistorischen Museum von Lyon, wo sich eine große Sammlung von Raubtier-Fossilien befindet. Auch habe ich das Naturhistorische Museum in Basel besucht, wo man das Skelett eines Megantereon zeigt. 2006 habe ich die Ausgrabung bei Senèze besucht, wo man die Skelette beider Säbelzahnkatzen entdeckt hatte. Dort habe ich auch die Familie Phillis besucht, deren Vater Pierre beide Säbelzahnkatzen gefunden hatte, und viele interessante Fotos gesehen. Alle Besuche waren besondere Erlebnisse.
Auch in Deutschland habe ich Museen besucht – und zwar in Darmstadt und Wiesbaden –sowie die weltberühmte Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt bewundert. Mit Freude erinnere ich mich an Thomas Keller und Anne Sander von der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Schloss Biebrich in Wiesbaden, für ihre sehr angenehme und freundliche Unterstützung bei einer Exkursion unseres Vereins.
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Frage: Immer wieder erregen Funde eiszeitalterlicher Säugetiere, die von Fischkuttern und Muschelkuttern vom Nordseegrund ans Tageslicht geholt werden, großes Aufsehen. Sind Sie an der Jagd nach solchen fossilen Schätzen aus dem ehemaligen „Nordseeland“ beteiligt?
Antwort: Ja und nein. Es ist wichtig, Kontakte mit Fischern zu haben und zu sehen, was sie an Fossilien mitgebracht haben. Deshalb bin ich manchmal an Bord von Fischkuttern. Oft nur mit einer Kamera. Und manchmal bekomme ich ein schönes Fossil. Später versuche ich, das Fossil zu tauschen für ein Höhlenlöwen-Fossil oder ähnliches. Aber es ist nicht so, dass ich – wie andere – Fossilien kaufe, um mit ihnen zu handeln.
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Frage: Besitzen Sie eine umfangreiche Fossiliensammlung und – wenn ja – auf welche Funde sind Sie besonders stolz?
Antwort: Ich habe in den letzten Jahren eine schöne Fossiliensammlung von verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Die schönsten Stücke meiner Sammlung sind Fossilien aus dem Pliozän (etwa 5,3 bis 2, Millionen Jahre) und Pleistozän (etwa 2,6 bis 11.700 Jahre) aus der Nordsee. Darunter sind Fossilien von Hirschen, Wildpferden, Rüsseltieren (Mammuthus meridionalis, Mastodont), der Säbelzahnkatze Homotherium und des Europäischen Jaguars Panthera onca gombaszoegensis.
Alle meine Fossilien sind besonders, aber die Homotherium-Fossilien sind doch eine Spezialität, denn diese waren der Grund für viele meine Reisen und zahlreiche Kontakte in aller Welt.
Aber ich betrachte diese Sammlung nur als Leihgabe. Später möchte ich alles einem Museum vermachen.
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Kees van Hooijdonk an der Fundstelle Chilhac in Frankreich, wo Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt wurden
Frage: In vielen Bundesländern Deutschlands ist im Laufe der Zeit das Suchen und Bergen von Fossilien verboten worden. Ist dieses Hobby in den Niederlanden noch erlaubt?
Antwort: Ja, dieses Hobby ist in den Niederlanden noch erlaubt, aber reguliert. Das bedeutet, dass man Fossilien von Fischern bekommen kann oder am Strand suchen darf. Aber man kann nicht in eine Grube gehen und dort mit dem Graben anfangen. Auch auf Plätzen, die unter Naturschutz stehen, darf man nicht graben. Das ist selbstverständlich. Es ist in die Niederlanden auch so, dass archäologische Funden gemeldet werden müssen.
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Frage: Was halten Sie davon, dass in manchen Ländern das Suchen und Bergen von Fossilien durch Privatpersonen strengstens verboten ist?
Antwort: Das hängt davon ab, was der Grund ist: Wenn es auf Grund des Naturschutzes ist oder auf Grund der Sicherheit, dann ist ein solches Verbot verständlich. Aber ein völliges Verbot ist dann nicht nötig.
Manchmal hört man, dass gewisse Wissenschaftler einen Anspruch auf gefundene Fossilien geltend machen. Sie bewahren die Fossilien in Museen und Laboratorien für die Forschung auf. Forschung ist gut, aber das Sammeln von Fossilien durch Erwachsene und Kinder bringt auch Interesse für die Natur mit sich, und das ist genau so wichtig, vor allem für die Kinder, denn sie sind die Zukunft. Aber Sammeln sollte nicht zum Raub fuhren oder für Kommerz benutzt werden. Es sollte aus guten Gründen geschehen, und das gilt für Wissenschaftler und für Privatpersonen.
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Frage: Werden Sie von Verwandten, Freunden und Bekannten beim Suchen und Erforschen von Fossilien unterstützt?
Antwort: Ja, wie vorher gesagt, habe ich in allen Museen und Universitäten immer gute Unterstützung bekommen. Und natürlich erhalte ich viel Unterstützung in unserem Verein der pleistozänen Säugetiere. Insbesondere Dick Mol (den Sie auch interviewt haben) und Klaas Post erwähne ich, weil beide eine sehr anregenden Einfluss auf mich haben. Und nicht zuletzt nenne ich meine Familie, weil sie mir die Möglichkeit geboten hat, mein Hobby zu betreiben.
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Webseite über Säbelzahnkatzen von Kees van Hooijdonk
Frage: Sicherlich möchten viele Leser und Leserinnen dieses Interviews gerne noch mehr über Sie erfahren. Betreiben Sie eine Internetseite, wo man etwas über Sie und Ihre Arbeit nachlesen kann?
Antwort: Ich habe eine Internetseite über das Eiszeitalter und Eiszeittiere: http://www.ijstijd.net - Dort gibt es auch eine Webseite über Säbelzahnkatzen unter der Adresse http://www.ijstijd.net/sabeltandkatten/index.html
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Frage: Wenn Ihnen eine gute Fee einige Wünsche erfüllen könnte, was würden Sie sich von ihr wünschen?
Antwort: Ich glaube nicht so an gute Feen. Aber einen Wunsch habe ich doch: Allen Sammlern und allen Forschern von Fossilien wünsche ich viele schöne Funde und lehrreiche und entspannende Stunden im Feld! Wir alle haben ein sehr schönes Hobby.
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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, Betreiber des Weblogs http://wissenschafts-news.blog.de und Autor der Taschenbücher „Rekorde der Urzeit“, „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“
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Weblinks zum Thema:
Buch "De Sabeltandtijger uit de Noordzee" (Niederländisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=nl
Buch "The Saber-toothed Cat of the North Sea" (Englisch)
http://www.sabeltandtijger.eu/?lang=en
Publikation von Kees van Hoojdonk: De Sabeltandkatten Homotherium en Megantereon (Felidae, Carnivora)
van de Plio-Pleis to cene site van Senèze (Haute Loire, Fr.)
http://www.ijstijd.net/cranium.pdf
Donnerstag, 26. Februar 2009
Interview mit Dr. Jens Sommer über den Ur-Rhein
Interview mit dem Geologen und Paläontologen Dr. Jens Sommer, Autor der Doktorarbeit „Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen“ (2007)

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat
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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?
Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.
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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?
Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.
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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?
Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.
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Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst
Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?
Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.
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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?
Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.
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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?
Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.
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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?
Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.
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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?
Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.
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Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim
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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?
Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.
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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?
Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.
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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?
Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.
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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?
Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.
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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?
Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.
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Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst
Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?
Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.
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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt
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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009

Jens Sommer bei Schlämmarbeiten in Eppelsheim. Foto: Privat
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Frage: Herr Dr. Sommer, Ihre Doktorarbeit über die rund zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim, die so genannten Dinotheriensande, spiegelt den neuesten Wissensstand hierüber wieder. Wie und wann kamen Sie auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen?
Antwort: Mein Interesse galt schon immer den tertiären Säugetieren. Als Student der Geologie/Paläontologie absolvierte ich im Jahr 2000 mein Praktikum an der Grabungsstelle bei Eppelsheim unter der Leitung von Dr. Jens Lorenz Franzen. Während dieser Zeit gelang mir ein bedeutender Fund, worauf mich Dr. Franzen bat, doch über eine Doktorarbeit über die "Dinotheriensande" nachzudenken. Im Jahre 2001 verbrachte ich meinen Urlaub als Grabungshelfer an der Grabungsstelle bei Eppelsheim wo ich Dr. Ottmar Kullmer vom Forschungsinstitut Senckenberg kennen lernte. Auch er legte mir diesen Vorschlag nahe. Unter seiner Betreuung begann ich mit meiner Arbeit am 6. Januar 2002.
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Frage: Die Dinotheriensande heißen so, weil sie Zähne und Knochen des bis zu 3,60 Meter hohen Rüsseltieres Dinotherium giganteum enthalten. Ist dieser Begriff heute noch berechtigt?
Antwort: Wie heute waren die Dinotherien auch früher schon äußerst interessante und ungewöhnliche Tiere. Die Ablagerungen, in denen sie gefunden wurden, hat man verständlicherweise nach ihnen benannt. Da Funde von Pferden (früher Hipparion, heute Hippotherium) in den Dinotheriensanden recht häufig sind, wurde früher auch erwogen, die Ablagerungen „Hipparionsande“ zu bezeichnen. Auch die Bezeichnung „Eppelsheimer Sande“ wurde schon früher diskutiert. Heute werden diese berühmten Ablagerungen als „Eppelsheimer Formation“ deklariert.
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Frage: Bei der Lektüre Ihrer Doktorarbeit über die Dinotheriensande fällt einem bald auf, dass damit ein ungeheuer großer Arbeitsaufwand verbunden war. Welche Aktivitäten haben Sie am meisten Zeit gekostet?
Antwort: Der zeitliche Rahmen dieser Doktorarbeit erstreckte sich vom 6. 1. 2002 bis zur Prüfung am 5. 9. 2007. Die praktische Datenaufnahme habe ich im Frühjahr 2006 beendet und mich dann der schriftlichen Arbeit gewidmet. Für die 10.165 Gerölle, die ich bestimmt und vermessen habe, brauchte ich im Sommer 2003 an der Grabungsstelle "nur" 3 Wochen. Den größten Arbeitsaufwand benötigte ich für die 9.483 fossilen Wirbeltierfragmente aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen und die sedimentologischen Profilaufnahmen an der Grabungsstelle bei Eppelsheim. Für die einzelnen fossilen Wirbeltierfragmente in den historischen Sammlungen und der aktuellen Grabung in Eppelsheim wurden wenn möglich folgende Daten ermittelt: Inventarnummer, Fundbestimmung, Fundort, Fundmenge, Abkauungsgrad der Zähne, Abrollungsgrad, Bruchmuster, Mindestanzahl von Individuen und ihr Altersspektrum, Oberflächenmarken und Fundfarbe. Mit den Daten der Gerölle ergibt dies über 100.000 Messdaten.
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Wissenschaftliche Grabungen bei Eppelsheim im Herbst 2008. Foto: Ernst Probst
Frage: Sie haben an wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen teilgenommen. Ist Ihnen dabei ein wichtiger Fund geglückt?
Antwort: Ja, am Morgen meines dritten Praktikumstages habe ich im Grobsieb an der Schlämmanlage ein kleines Fragment eines Unterkiefers mit einem Zahn gefunden. Die fertig geschlämmte Probe wurde zum Trocknen auf einer großen Folie verteilt und bis zum Abend von mir mit einer Lupe und einem kleinen Pinsel durchgesehen. Dabei fand ich zwei weitere kleine Unterkieferbruchstücke und einen weiteren Zahn, welche alle zu einem Fragment zusammen passten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Unterkieferfragment eines Kleinsäugers (Plesiosorex roosi). Dies war der erste Kleinsäugerfund in den Dinotheriensanden überhaupt. Kleinsäugerfunde sind sehr wichtig, da sie einen sehr schnellen Generationswechsel haben und somit für die zeitliche Einordnung der Fundstelle sehr wichtig sind. Nebenbei fand ich in dieser durchgesehenen Probe noch ein Schildkrötenfragment (Trionyx sp.) und, wie sich erst später herausstellte, erstmalig einen Fund eines Maulwurfes (Talpa vallesensis) in Form eines Humerus (Oberarmknochen). Bedingt durch ihre grabende Tätigkeit sind diese Oberarmknochen besonders kräftig im Knochenbau.
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Frage: Hat man bei den Grabungen in Eppelsheim neue Erkenntnisse über den Urrhein gewonnen?
Antwort: Bisher hatte man immer spekuliert, wie es zu dieser Anhäufung von Wirbeltierresten kam. Bei meinen Forschungen zeigte sich, dass die fossilen Skelettreste größtenteils zerbrochen waren. Da sie in einem Flusslauf abgelagert wurden, habe ich sie auf Abrollungsspuren untersucht. Auch dies bestätigte sich. Bedingt durch meine praktische Grabungsarbeit bei Eppelsheim in den Jahren 2000 bis 2005 hatte sich gezeigt, dass alle Funde in den Dinotheriensanden nicht im Skelettverband gemacht wurden. Überwiegend waren die Funde einzeln abgelagert worden, ausgenommen im Strömungsschatten größerer Objekte, wie der große Kalkklotz im Grabungsbereich von Eppelsheim, wo die Wirbeltierreste gehäuft und durchmischt aber nicht im Skelettverband abgelagert wurden. Auch habe ich alle Funde aus allen bekannten Fundlokalitäten in Rheinhessen in den historischen Sammlungen verglichen und herausgefunden, dass sie vom Erhaltungszustand (Bruchmuster, Abrollungsgrad, Farbe) fast identisch sind. So zeigte sich mir im Grabungsbereich bei Eppelsheim, dass die Wirbeltierreste schwerpunktmäßig in drei Fossilhorizonten abgelagert wurden. Wilhelm Wagner beschrieb 1946 und 1947 am Wissberg bei Gau-Weinheim drei Fossilhorizonte im fast identischen Höhenniveau wie in Eppelsheim. Oberflächenspuren von Insekten und Raubtieren (Nagespuren, Bissspuren) deuteten auf eine längere Liegezeit der Tierkadaver, Skelette oder Teilskelette vor ihrer Sedimentation im Ur-Rhein hin.
Alle diese Fakten geben folgendes Bild wieder: Der eigentliche Fluss hatte sich im Laufe der Zeit in den kalkigen Untergrund eingearbeitet und floss tektonisch bedingten Störungen und Schwächezonen entlang. Durch zeitweilige stärkere Strömung (z. B. durch Frühjahrshochwasser) und dem dadurch resultierenden breiteren Flussbett wurde das aus dem Süden mit geschwemmte Material aus dem Uferbereich des Ur-Rheins in Form von Geröllen, Wirbeltierresten (Abrollungsgrad, Bruchmuster), Tonlinsen und Sande bei Strömungsrückgang im Flussbett, vorzugsweise in drei Fossilhorizonten, abgelagert. Durch die Hebung Rheinhessens oder die Einsenkung des Oberrheingrabens ist der Ur-Rhein nach Nordosten in seine heutige Lage gewandert, während der alte Verlauf verlandet ist. Die geologische Entwicklung des Ur-Rheins im Bereich Eppelsheim ist offenbar charakterisiert durch die Einwirkung von Sedimentation, tektonischer Hebung, Verkarstung und Erosion.
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Frage: Der Ur-Rhein floss vor etwa zehn Millionen Jahren nicht durch die Gegend von Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über die Gegend von Alzey auf die Binger Pforte zu. Weiß man, wie breit und tief dieser Fluss war und ob er Nebenarme hatte?
Antwort: Bei den Grabungen bei Eppelsheim zeigte sich, dass der Flusslauf in diesem Bereich eine Breite von etwa 45 bis 60 Meter erreichte. Er war nicht besonders tief, hatte aber mit Sicherheit in diesem kalkigen Untergrund (Verkarstung) einige Nebenarme. Die Zusammensetzung der Ablagerungen, insbesondere die drei Fossilhorizonte, zeigen, dass der Ur-Rhein bei Hochwasser, z. B. im Frühjahr, wesentlich breiter gewesen sein muss. Dies kennen wir auch vom heutigen Rheinverlauf. Nur damit ist zu erklären, warum so viele Skelettreste und Gerölle aus dem Umland zusammengeschwemmt und schwerpunktmäßig im Flusslauf, nachdem die Strömungsgeschwindigkeit zurück ging, abgelagert wurden.
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Frage: In Rheinhessen kennt man rund ein Dutzend Fundstellen mit Ablagerungen des Ur-Rheins. Welche sind die bedeutendsten?
Antwort: Die bedeutendsten Fundstellen liegen am Wissberg bei Gau-Weinheim, bei Eppelsheim, Westhofen und Esselborn. Sie lieferten bisher die meisten fossilen Wirbeltierfragmente.
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Frage: Die Einwohner des Dorfes Eppelsheim interessieren sich sehr für die Grabungen und Funde in der Gegend ihres Wohnortes. Ist dies der Normalfall?
Antwort: Das Interesse bei den Eppelsheimer Bürgern und Bürgerinnen an der Grabung ist unglaublich groß. Da wird ein Anhänger mit 2000 Liter Wasser für die Schlämmanlage organisiert und natürlich immer auf Verlangen nachgefüllt. Häufig wird Essen aus dem Ort zur Grabungsstelle gebracht oder wir werden in den Ort zum Essen eingeladen. Dabei wechseln sich die Eppelsheimer Familien ab. Das ganze Flair ist freundlich und herzlich. Ich denke, dies ist nicht überall so.
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Rüsseltier Deinotherium giganteum auf einer Zeichnung des Prager Malers Pavel Major aus dem Dinotherium-Museum in Eppelsheim. Bild: Förderverein Dinotherium-Museum e.V. Eppelsheim
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Frage: Welche von den teilweise sehr exotischen Tieren aus der Zeit der Dinotheriensande faszinieren Sie persönlich am meisten?
Antwort: Die imposanten Dinotherien, zumal immer noch nicht ganz klar ist, wozu sie ihre Stoßzähne eingesetzt haben. Man glaubt, dass sie mit ihnen die Rinde der Bäume abgeschabt und höherliegende Äste herunter gezogen haben. Für mich sind diese Tiere besonders faszinierend und was ihre damalige Lebensweise angeht immer noch geheimnisvoll.
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Frage: Glauben Sie, dass in der Gegend von Eppelsheim noch viele bisher unbekannte Tierarten entdeckt werden können?
Antwort: Mit Sicherheit liefern die Dinotheriensande oder Eppelsheimer Formation noch weitere überraschende Funde. Bei der relativ weiten Verbreitung der Eppelsheimer Formation in Rheinhessen kann man noch einige interessante bzw. neue Funde erwarten. Obwohl die Eppelsheim-Formation bisher eine reiche Artenvielfalt geliefert hat, kann man davon ausgehen, dass es noch viele Tierarten gibt, die bisher unentdeckt blieben und weitere Bausteine zur genaueren Rekonstruktion der Paläoökologie und zur biochronologischen Einstufung liefern würden. Neben den bislang wissenschaftlich beschriebenen Arten sind besonders weitere Kleinsäuger-Funde für eine präzisere zeitliche Einstufung der Ablagerungen von Bedeutung. Es sind auch weitere seltene Menschenaffenfunde zu erwarten, deren Entwicklungsgeschichte in Mitteleuropa aus der Zeit der Eppelsheim-Formation wichtige Information zur frühen Stammensgeschichte der Menschheit liefern kann. Deshalb ist das Fortführen von wissenschaftlichen Grabungsarbeiten in der Eppelsheim-Formation von besonderem internationalem Interesse.
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Frage: Wie war das Klima zur Zeit des Ur-Rheins vor etwa zehn Millionen Jahren?
Antwort: Es war damals wärmer und bedeutend feuchter als heute. Die mittleren Jahrestemperaturen betrugen 11 bis 15 Grad Celsius gegenüber 10 bis 11 Grad Celsius heute und die durchschnittlichen Jahresniederschläge 1.000 bis 1.200 Millimeter, wobei heute weniger als 500 Millimeter fallen.
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Frage: Gediehen am Ufer des Ur-Rheins wärmeliebende Palmen und sonnten sich dort Krokodile?
Antwort: Weder Palmen noch Krokodile hätten wir am Ufer des Ur-Rheins angetroffen. Zur Zeit der Ablagerungen der Eppelsheim-Formation war es in dem Gebiet, welches wir als Rheinhessen kennen wärmer und feuchter als heute, aber nicht tropisch genug für Palmenbewuchs.
Die drei Krokodil-Zähne die am Wissberg gefunden wurden sind ältere umgelagerte Fossilien aus dem Oligozän.
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Frage: Funde aus Eppelsheim werden in vielen Museen aufbewahrt. Welches Museum besitzt die meisten Fossilien aus Eppelsheim?
Antwort: Bedingt durch die aktuelle Grabung in Eppelsheim durch das Naturhistorische Museum Mainz/Landessammlung Rheinland-Pfalz befinden sich dort derzeit die meisten fossilen Wirbeltierfragmente aus der Eppelsheim-Formation in Rheinhessen.
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Altbürgermeister Heiner Roos im Dinotherium-Museum. Foto: Ernst Probst
Frage: „Geistiger Vater“ des 2001 gegründeten Dinotherium-Museums in Eppelsheim ist Altbürgermeister Heiner Roos. Hatten Sie bei den Grabungen oft Kontakt mit diesem rührigen Ortschef?
Antwort: Herr Roos ist ein Unikat für sich. Ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, der für Eppelsheim und besonders für das Dinotherien-Museum sowie die Grabungsstelle immer tätig ist. Bemerkenswert ist, wie sich Herr Roos in den letzten Jahren, ich kenne ihn schon 9 Jahre, in das Thema Dinotheriensande/Eppelsheim eingearbeitet hat. Dass er Besuchergruppen sehr informativ durch das Eppelsheimer Dinotherium-Museum führt, bleibt da nicht aus.
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Die Fragen für das Interview stellte der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der das Weblog http://wissenschafts-news.blog.de betreibt
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Literatur zum Thema:
Jens Sommer: Sedimentologe, Taphonomie und Paläoökologie der miozänen Dinotheriensande von Eppelsheim/Rheinhessen. Doktorarbeit 2007
Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren, München 2009
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html
Jens Lorenz Franzen / Heiner Roos / Ernst Probst: Das Dinotherium Museum in Eppelsheim, Eppelsheim 2009
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